{"id":95,"date":"2006-12-20T11:55:36","date_gmt":"2006-12-20T07:55:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mkihr.de\/wordpress\/?p=95"},"modified":"2006-12-20T11:55:36","modified_gmt":"2006-12-20T07:55:36","slug":"prasidentenbesuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reisen.kihr.online\/index.php\/2006\/12\/20\/prasidentenbesuch\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4sidentenbesuch"},"content":{"rendered":"<p>Gestern morgen war irgend etwas merkw\u00fcrdig in dem Hotel. Meine Kollegen riefen mich an und teilten mit das sie auf dem Weg zum Hotel sind, um mich abzuhohlen. Ich habe also mein P\u00e4ckchen geschnappt und los. Ich mache die Zimmert\u00fcr auf und da steht ein Polizist vor mir. Mitten im Hotel. 5 Schritte weiter steht der n\u00e4chste. So geht auf dem ganzen Weg zum Fahrstuhl. In der Lobby auch alles voller Polizei. Ich dachte: &#8222;Die werden doch nicht alle wegen mir hier sein?&#8220; und bin zur T\u00fcr raus um auf das Auto zu warten. Hier sah es aber irgendwie auch komisch aus. Die Zahl der Polizisten hatte zwar nicht abgenommen, aber die Anzahl der vorfahrenden Autos war f\u00fcr ein Hotel dieser Gr\u00f6\u00dfe (das gr\u00f6sste in ganz Pakistan, 5 Sterne, <a href=\"http:\/\/www.pchotels.com.pk\/pchl\/index.htm\">Pearl Continental<\/a>) und f\u00fcr diese Tageszeit erstaunlich wenig. Nach ein paar Minuten bemerkte ich, dass es gar keine wahren. Irgendwann sagte dann auch ein Hotelangestellter zu mir, dass mich hier kein Auto abhohlen w\u00fcrde und ich zum Parkplatz laufen m\u00fcsse. Na gut, 200m. Eigentlich kein Problem. Ich habe also dort gewartet. Nach ungef\u00e4hr einer halben Stunde kam das Auto dann endlich. Meine Kollegen sagten, die Hotelzufahrt sei gesperrt. Na das wusste ich inzwischen ja auch schon. Die Zufahrt zum Parkplatz liegt aber ca. 150m davor. Einen Hinweis, dass man diese Zufahrt benutzen muss, gab es nat\u00fcrlich nicht. Man musste also einmal um den Block. Als ob das in Lahore nicht schon schlimm genug ist, waren auch noch alle Ampeln au\u00dfer Betrieb und den Verkehr wurde von B\u00fctteln auf den Kreuzungen geregelt. Die gesamte Stadt machte den Eindruck als sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden. M\u00f6glicherweise hatten ja die Inder in der Nacht den Krieg erkl\u00e4rt. W\u00e4hrend des Tages bei der Arbeit kam es aber zu keinerlei kriegerischen Handlungen. Am sp\u00e4ten Abend ging es wieder zur\u00fcck zum Hotel. Die Zahl der Polizisten hatte sich nicht verringert und jetzt kamen auch noch Soldaten dazu, die mit MPs auf den Kreuzungen herumlungerten. Die Dichte nahm mit gr\u00f6sserer N\u00e4he zum Hotel dann auch noch zu. Am Hotel dann wieder das gleiche Spiel. Keinerlei Hinweis f\u00fcr die G\u00e4ste, aber die Einfahrt war dann einfach zu. Ich wollte mir die Zeit sparen, einmal rings rum zu fahren. Bin also raus aus dem Auto, zu Fuss durch das halb geschlossene Tor und Richtung Hoteleingang. Ich kam ungef\u00e4hr 5 Meter weit, da schrie mich einer der Polizisten an. Ich konnte zwar nicht verstehen, was er wollte, aber ich blieb sicherheitshalber erst mal stehen und guckte ihn Fragend an. Da ich nicht so richtig rausfand was er wollte, drehte ich mich um und ging weiter. 2 Schritte. Dann stand ein kreischender Soldat vor mir, fuchtelte mit dem Gewehr herum. Er sprach wenigstens ein bisschen Englisch und erkl\u00e4rte mir dann in recht unfreundlichem Ton, dass ich hier nicht lang k\u00f6nne. Ich war etwas verwirrt. Das war der einzige Weg Richtung Hoteleingang. Ich erkl\u00e4rte, dass ich Hotelgast sei, und einfach nur dort rein wolle. Das ginge nicht, wurde ich beschieden. Auf das Warum? gab es keine Antwort. Das heisst, es gab doch eine: Ich solle nicht so bl\u00f6d fragen und machen dass ich wegkomme. Inzwischen war ich schon von ca. 10 mehr oder weniger schwer Bewaffneten Polizisten und Soldaten umstellt. Es schien mir der richtige Moment zu sein, den Widerstand aufzugeben. Es gelang mir allerdings noch, einem zu entlocken, dass ich den Hintereingang nehmen soll. Als Richtungshinweis wurde grob in die Gegenrichtung gedeutet. Ich habe mich also der \u00dcbermacht ergeben und bin in die andere Richtung losgetrottet. Das ganze war so ein Art schlechterer Feldweg. Ich erreichte nach einigen Minuten Fussmarsch den Hintereingang. Mit dem was mich da erwartete hatte ich allerdings nun gar nicht gerechnet. Da war n\u00e4mlich nix. Ja, einfach: NIX. Man muss sich den normalen Eingang zum Hotel mit Sicherheitskontrolle und Gep\u00e4ckdurchleuchtung ungef\u00e4hr so vorstellen wie die Kontrolle am Flughafen, nur wirklich gr\u00fcndlich. Aber hier am Hintereingang war: NIX. Ich konnte mit meiner Bombe im Rucksack reingehen, durch die gesamte Hotelhalle, zwischen den, inzwischen wohl hunderten, Polizisten hindurch bis nach vorne zum Haupteingang. Ich kam bis ungef\u00e4hr 10m von der Stelle entfernt, an der ich vorher aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht weiter durfte. Durch die T\u00fcr herrschte \u00fcbrigens reger Verkehr. Lags vielleicht daran, dass ich wie ein getarnter Taliban aussehe? Da ich an der Rezeption ohnehin etwas fragen wollte, stellte ich auch gleich noch die Frage, was dass ganze den zu bedeuten habe. Sie erkl\u00e4rten mir, das sie heute erh\u00f6hte Sicherheit h\u00e4tten. Ich sagte: Das habe ich bereits bemerkt, aber wieso eigentlich? Na weil der Pr\u00e4sident zu Besuch k\u00e4me. Ich fragte: Was, den ganzen Tag schon? Er guckte mich etwas verwundert an. Er war wohl in der Fr\u00fchschicht nicht da. Ich erkl\u00e4rte ihm also, dass das schon am Morgen so gewesen sei. Nein, nein, sagte er. Nicht schon den ganzen Tag. \u00dcbermorgen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern morgen war irgend etwas merkw\u00fcrdig in dem Hotel. 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